„Auszeit“ - Andreas Krüger

Andreas Krüger ist Absolvent der traditionsreichen Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Er studierte Malerei und Grafik bei Arno Rink (1983-1988) und war Meisterschüler von Werner Tübke (1989-1991). In Leipzig wurde seine künstlerische Grundlage geschaffen – ganz klassisch und gegenständlich mit Übungen zur Darstellung von Perspektive, mit Naturstudien, dem Aktzeichnen, Landschafts- und Porträtmalerei u. v. m. Andreas Krüger hat all das verinnerlicht und ist trainiert in der hohen Schule der altmeisterlichen Zeichenkunst und Malerei. Er zieht für sich immer wieder die künstlerische Grenze – erarbeitet sich Tag für Tag auf's Neue seine eigene Bildsprache, beantwortet inhaltsschwere Tafelbilder mit konzentrierten, fein herausgearbeiteten Alltagsbeobachtungen; reagiert auf überladene, figurenreiche Kompositionen mit reduzierten, manchmal fast Farb- und/oder Objektentleerten Bildern.

Während Werner Tübke in seinen Werken den Rahmen für den Betrachter genau absteckt und mit einer Vielzahl von kunsthistorischen Zitaten arbeitet, die den Rezipienten fordern und zur intensiven Beschäftigung zwingen oder ihn „draußen halten, nicht einlassen“, so sehr lässt Andreas Krüger dem Betrachter seiner Bilder Raum für eigene Gedanken, Erlebnisse und Empfindungen. Krügers Werke sind wohl durchdacht und minutiös komponiert. Sie enthalten Anspielungen auf das Zeitgeschehen, christliche Mythologie oder zeigen kunsthistorische Bezüge (z.B. Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“). Ihm gelingt es, seine eigene Bildsprache ausdrucksstark zu formulieren. Er lässt sich auf die Suche nach neuen Möglichkeiten von Maltechniken und Sujets jenseits der (Neuen) Leipziger Schule ein.

 

Sonderausstellung Auszeit - Andreas Krüger