Bachrezeption

In Arnstadt lassen sich ab dem 19. Jahrhundert Aktivitäten und Ereignisse, die der Bachpflege zugeordnet werden können, nachweisen. 1829 war der „Singverein Arnstadt“ gegründet worden, der Bachsche Werke aufführte. Durch die Neuordnung des Arnstädter Kirchenchores 1925 war die Pflege großer Kirchenmusik dauerhaft gewährleistet und es begann die Zeit einer neuen Qualität der Bachpflege.

Mit dem 1934 gegründeten Bachchor war in Vorbereitung des Bach-Händel-Schütz-Gedenkjahres 1935 ein leistungsfähiger Klangkörper geschaffen worden, ohne den die Organisation und Durchführung der Feierlichkeiten in jenem und in den folgenden Bachgedenkjahren nicht in dem erforderlichen Umfange hätte stattfinden können.

Seit dem 21. März 1935 gibt es in Arnstadt eine Bachgedenkstätte. Im Laufe der Jahrzehnte mehrfach überarbeitet, umgezogen und erweitert, ist die jetzige Ausstellung im Schlossmuseum die größte und umfangreichste.

1935 erhielt die Neue Kirche den Namen Johann Sebastian Bachs. Das am 20. März 1985 eingeweihte Denkmal auf dem Markt des jungen, selbstbewussten, strebsamen Musikers wurde im Auftrag des Rates des Kreises und des Rates der Stadt Arnstadt mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur der DDR von dem Bildhauer Prof. Bernd Göbel aus Halle zwischen 1982 und 1984 geschaffen und im VEB Kunstgießerei Lauchhammer in Bronze gegossen.

Bach hat sich übrigens zeitlebens nie in den Mittelpunkt gerückt oder auf den hohen Sockel gestellt. Und wie er sitzt – ich meine, er fläzt nicht. Es ist etwas Aktives, nicht fest Verwurzeltes, nicht ewig Währendes in dieser gespannten Haltung.
Prof. Bernd Göbel, April 1985